Die Inselschule im Viktoriasee

Auf der Insel Lolwe ganz im Nordosten des Viktoriasees betreiben Robinah und Ihr Mann Okello Shadrach Awori die Shadrob Nursery and Primary School. Seit 1998 unterrichtet Robinah gemeinsam mit Ihrem Team hier die Kinder der Inselbewohner - die jüngsten in der Baby Class sind gerade mal drei Jahre alt, die ältesten in der P7 rund 14 Jahre.

Wie die meisten der privat errichteten Gebäude auf der Insel, handelt es sich bei den alten Klassenzimmern der Shadrob Schule um temporäre Bauten aus Holz und Wellblech und für alle Klassen (10 Altersklassen) standen bisher darüber hinaus auch nur fünf Unterrichtsräume zur Verfügung. Dazu verfügte die Schule zu Beginn unseres Engagements im Oktober 2025 über ein kleines Kochhaus, ein kleines Bürogebäude und eine Latrine.

Die Schule ist im Besitz eines rund 3.800qm großen Grundstücks am Rande der Hauptsiedlung Gorofa für den wir gemeinsam mit der Schulleitung eine Art Masterplan entwickelt haben. Der aktuell eingezäunte Bereich mit den Bestandsgebäuden soll demnach später die Grundschule beherbergen, auf dem westlich angrenzenden Bereich soll die Vorschule/Kindergarten entstehen. Hier besteht auch der größte Bedarf, denn in Uganda müssen Kindergarten und Grundschule räumlich voneinander getrennt sein. Und um weiterhin sicher die Zulassung als Schule zu bekommen, fiel die Entscheidung mit dem Bau eben dieser Räume zu starten.

Auf der sandigen und felsigen Insel gibt es quasi keine geeignete Erde, aus der sich vor Ort Lehmziegel produzieren lassen. Und auch sonst geben die Insel und die Infrastruktur vor Ort leider wenig her, was sich zum Bauen verwenden lässt. Beinahe alles muss per Fähre vom Festland angeliefert werden – gebrannte Ziegel, Zement, Bauholz, Trapezblech. Das einzig lokal verfügbare Baumaterial ist Naturstein, überall verteilt prägen die zum Teil Einfamilienhaus-großen Felskugeln das Bild der malerischen Insel.

Planung und Baustart der ersten beiden Klassenräume

Für den Bereich der Vorschule werden zunächst drei Klassenräume (Baby-, Middle-, Topclass) sowie ein Lehrerzimmer und eine kleine Bibliothek benötigt. Das leicht in Richtung See abfallende Grundstück wird auf der einen Längsseite von einem großen Baum und einer hohen Mauer begrenzt, die übrigen Seiten des rund 800qm großen länglichen Grundstücks sind bisher nicht gefasst und sind nur durch gezielt gepflanzte Büche oder Felsen markiert. Die Klassenräume stehen in Zukunft mit der Rückseite auf der Grundstücksgrenze und schaffen somit einen großzügigen und geschützten Schulhof für die Schülerinnen.

Da wir den Hauptteil der Baumaßnahmen aus der Ferne begleiten werden, entschieden wir uns ein in der Größe variables Klassenmodul zu entwickeln, dass entweder Einzeln oder auch mit einem zweiten Raum gekoppelt und je nach Mittelverfügbarkeit gebaut werden kann. Für die Fundamente wird der lokale Naturstein verwendet, die Wände bestehen aus gebrannten Ziegeln und bleiben (zunächst) unverputzt, das Dach aus 4/2 Zoll Hölzern und die Dachdeckung aus rotem Trapezblech.

Wie bei all unseren Projekten wollen wir den Fußabdruck der Gebäude möglichst geringhalten, bedeutet CO2 intensive Baustoffe wie Zement nur da verwenden wo sie unbedingt nötig sind.

Beim Fundament gelingt uns das durch den Einsatz von Naturstein als Massebaustoff und bei den Wänden auf den Verzicht von Betonbauteilen wie Überzügen oder Ringbalken. Um den Dachstuhl aber trotzdem mit dem Mauerwerk zu verbinden, haben wir uns hier für eine konstruktive Lösung entschieden. In jedem Mauerpfeiler wird der Dachstuhl über durchstoßende Hölzer verankert und vor Abheben bei starken Winden geschützt. Auf der Mauerkrone liegende Hölzer verbinden die einzelnen Dachträger miteinander und bilden den oberen Anschlusspunkt für die später kommenden Fensterelemente.

Die ersten beiden Klassenräume werden durch einen mittig gelegenen Korridor verbunden. Das Filtermauerwerk auf dessen Rückseite lässt Wind und Luft durchströmen und verbindet die beiden Räume zu einer Einheit.

Während das Fundament und Mauerwerk in Eigenregie und mit digitaler Bauleitung realisiert wurde, reiste Oliver im November 2025 für einen ersten Besuch nach Lolwe und unterstützte vor Ort den Bau des Dachstuhls.

Location
Lolwe Island, Uganda

Partner Organisation
Shadrob Nursery and Primary School

Typologie
Schule

Partner
PUC-Afrika e.V.
tagtraeumer e.V.

Year
2025 -

Materials
Naturstein, gebrannte Ziegel, Holz

Team
Oliver Giebels, Luca Bertoni, Eileen Peters

Projektpartner

Finanziell Unterstützung bekamen wir beim Bau der ersten beiden Klassenräume durch die beiden deutschen Vereine PUC – Afrika e.V. und tagtraeumer e.V. Beide Vereine unterstützen darüber hinaus die Schule finanziell bei der Schulspeisung und den Lehrergehältern. Mehr zu den beiden tollen Organisationen erfahrt Ihr im Web und auf Instagram.