Light School

Inmitten einer Siedlung burmesischer Migrant:innen, die hauptsächlich Viehzucht betreiben, entstand 2026 ein neues Klassenzimmer für die Light School, um dem wachsenden Platzedarf an der Schule gerecht zu werden. Hierfür stellte Jan Glasmeier eine Gruppe aus sechs jungen Menschen aus der Architektur- und Kunstbranche aus Deutschland sowie Großbritannien zusammen. Das Projekt wurde über gemeinsames Fundraising finanziert.

Entstanden ist an der Light School ein Klassenraum, der sich vom Rest der Schule durch seine warmen Erdtöne abhebt. Mit seiner geschwungenen Außenwand schließt der neue Raum den Bestandszeilenbau spielerisch ab und vermittelt zwischen den Klassenräumen und der zurückgesetzten Personaltoilette.  Der Raum wurde so gestaltet, dass er möglichst offen und luftig wirkt, während direkte Sonneneinstrahlung minimiert wird. Dies wird durch die großen Überstände der Dachkonstruktion und Lamellen innerhalb des Rahmens erreicht. Das Dachtragwerk aus recyceltem Hartholz mit Oberlichtöffnung ermöglicht das Entweichen warmer Luft und sorgt so für ein kühles Lernumfeld im darunterliegenden Raum. Die Lehmziegel tragen zusätzlich zur Kühlung bei und schaffen zusammen mit dem Tapiokastärke-Putz eine natürliche Atmosphäre. Kleine Öffnungen - auch Filtermauerwerk genannt - schaffen Belüftung und  Sichtverbindung zum angrenzenden Feld. Auch der benachbarte Spielraum für die Kindergartenkinder profitiert von der neuen Trennwand mit integrierten Regalen.

Location
Mae Sot, Thailand

Type
Klassenraum

Project Partner
BMTA (Burmese Migrant Teacher Association)

Year
2026

Materials
Lehm, Lehmputz, recyceltes Holz, Metall

Team
Jan Glasmeier, Carlos Dreyer, Bell Hanauer, Inga Michelau, Paula Priefler, Ole Siebert, Abigail Taylor

Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt war die eingeschränkte Bebaubarkeit durch die Wurzeln großer, schattenspendender Bestandsbäume. Nach intensiven Diskussionen mit der Schule wurde beschlossen, einen kleinen ungenutzten Schuppen zurückzubauen, um den Klassenraum entstehen zu lassen.

Was nicht passt, wird passend gemacht:

Die Personaltoilette erhielt ein neues Dach und eine verbesserte Leitungsführung. Zu guter Letzt wurde das alte Handwaschbecken an neuer Stelle installiert und um ein Podest ergänzt, um nun auch den kleinsten Kindern das Händewaschen sicher zugänglich zu machen.

Die sonnengetrockneten Lehmsteine, der Mörtel sowie der Putz konnten direkt aus dem lehmhaltigen Boden vor Ort hergestellt werden.

Essentielle Werkzeuge:

Die Produktion der Lehmsteine fand direkt neben dem Baufeld statt. Der lehmhaltige Boden wird dabei gelockert, mit Wasser und Reishülsen gut vermischt und mithilfe von einer Holzform ins richtige Format gebracht. Die Lehmsteine werden nach einigen Tagen Sonnentrocknung vermauert und später verputzt.

Winkelschleifer, Bohrmaschine, Kreissäge, Machete, Hacke, Hammer, Fuchsschwanzsäge, Stemmeisen, Eimer, Wasserwaage, Maßband, Zollstock